Archiv 2015


 

Kulturfahrt Nordpolen/Ostpreußen

vom 03. - 09. Mai

 

Heinz Schiller und Manfred Unruh vom Kulturverein Ilsede hatten eine sehr erfolgreiche Lesung ostpreußischer Geschichten in der Kapelle Bülten veranstaltet, und weil das Interesse offenbar sehr groß war, haben diese beiden gebürtigen Ostpreußen dann eine Reise durch die Schatzkammer Nordpolen, d.h. durch Pommern und Ostpreußen organisiert. Dabei war es in keiner Weise eine Nostalgie- oder Heimwehreise, denn die 40 Reiseteilnehmer wollten lediglich eine schöne Landschaft und viele historische Stätten kennenlernen.

So ging es nach der ersten Station in Stettin zum ersten „Höhepunkt“, nämlich hinauf auf die Wanderdünen des Slowinski Nationalparks. In Danzig mit seinen liebevoll restaurierten Plätzen und Häusern mit ihren Beischlägen kam es zum kulinarischen Höhepunkt im ältesten und berühmtesten Restaurant der Stadt, im „Lachs“, wo auch der Ursprung des „Danziger Goldwasser“ zu finden ist. Dieses edle Getränk und der bekannte „Bärenfang“ gehörten dann auch zum täglichen Umtrunk.

In der Marienburg erhielt man einen Überblick über die wechselvolle Geschichte des Landes. Da war die Rede vom Deutschen Ritterorden und der Besiedelung des Landes, vom Zusammenleben von Deutschen, Polen und Juden, von der Herrschaft der polnischen Könige und von der brandenburg-preußischen Zeit. Selbst der Einfluss Napoleons wurde erwähnt.

Ein besonderes Ziel der Reise war dann das Land der Masuren, und schwer ist es zu entscheiden, was dort am beeindruckendsten war: das Orgelkonzert und der deutsche Gesang in der Wallfahrtskirche Heiligelinde oder der Besuch der Wolfsschanze oder die Fahrt auf dem Spirdingsee bei herrlichem Wetter.

Auch auf der Heimreise durften kulturelle Programmpunkte nicht fehlen. So wurden die Städte Thorn und Posen besichtigt.

„Dieses Land mit seinen Naturschönheiten und den geschichtsträchtigen Bauten ist wirklich eine Reise wert“, befanden schließlich alle begeistert.


 

Kulturreise Brandenburg

vom 02. - 06. Juli

 

 

Mit mehr als 40 Teilnehmern ging es zum zweiten Mal nach Brandenburg. Dabei wurden eher unbekannte oder ungewöhnliche Ziele angesteuert. Organisiert wurde die Reise von Annemarie und Hans Jürgen Wittig.

Es wurde viel von brandenburg-preußischer Geschichte, von den Hussiten, vom Schwedenkönig und dem Dreißigjährigen Krieg und von Napoleon berichtet, wenn Schlösser und Herrenhäuser besucht wurden. So wurden im Schloss von Neuhardenberg die preußischen Reformen erläutert und im Schloss Gusow an den Lebensweg des Generalfeldmarschalls Georg von Derfflinger, dem Helden von Fehrbellin, erinnert.

Zum Programm gehörte auch ein Besuch des Klosters Chorin mit einem Konzert des Choriner Konzertsommers, und dabei wurde auch das segensreiche Wirken der Zisterzienser in der Mark Brandenburg gewürdigt.

In Frankfurt/Oder wurde die Marienkirche besichtigt und dabei hörten die erstaunten Teilnehmer, dass in den alten bunten Kirchenfenstern das Leben und Wirken des Antichristen dargestellt sein könnte. Und wenn man bedenkt, dass die Gruppe gerade vorher die Gedenkstätte der „Seelower Höhen“ besucht hatte, jenes Gebiet im Oderbruch, in dem im April 1945 die wohl größte und verlustreichste Schlacht auf deutschem Boden stattgefunden hat, dann kann man sich vorstellen, dass viel Diskussionsstoff gegeben wurde und die Gemüter in einige Aufregung gerieten.

Und auch damit war die Reichhaltigkeit des Programms noch längst nicht erschöpft: In Buckow wurde das Brecht-Weigel-Haus besucht, in Niederfinow das Schiffshebewerk, und auch in Oranienburg wurde Station gemacht, wo die Gruppe von der Kurfürstin Luise Henriette persönlich empfangen wurde.

„Wittig-Reisen“, so stellten die Reiseteilnehmer schließlich fest, „haben nicht nur fast immer schönes und zuweilen sehr heißes Wetter, sondern sie bieten auch immer ein äußerst abwechslungsreiches und interessantes Programm“. Und so hörte man auch allenthalben den Wunsch, dass es noch viele Wittig-Reisen beim Kulturverein Ilsede geben möge.

(Fotos und Text: b.k.)


 

Kulturreise England

vom 09. - 16. September

 

Der Kulturverein Ilsede bleibt seinen Traditionen treu: zum 13. Mal ging es mit einer 30köpfigen Reisegruppe nach England. Ziel war dieses Mal die ehemalige Grafschaft Yorkshire im Nordosten des Landes, die unzählige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.

Zunächst ging’s über Nacht mit der Fähre vom Rotterdamer Europort nach Hull, wo die sympathische englische Reiseleiterin Judith, eine ehemalige Deutschlehrerin, die Gruppe bereits erwartete. Judith begleitete die Gruppe während des gesamten Aufenthalts und präsentierte eindrucksvoll die „places of interest“ ihrer Heimat.

Und das waren nicht wenige: gleich nach der Ankunft in Hull ging es in die nahe Mittelstadt Beverley mit ihrem beeindruckenden Minster und zur Burton Agnes Hall, einem elisabethanischen Herrenhaus aus dem Anfang des 17. Jh. mit herrlicher Gartenanlage.

Und natürlich ist schon York mit seinem mittelalterlichen Stadtkern und seinem alles überragenden Minster allein eine Englandreise wert. „Die Geschichte Yorks ist die Geschichte Englands“, sagte bereits King Georg VI. Davon konnte sich die Gruppe dank der Führung durch Judith vor Ort überzeugen.

Castle Howard, das wohl erste Barockschloss Englands aus dem Anfang des 18. Jh., wurde ebenso besucht wie Skipton Castle, Ripley Castle und das Herrenhaus Newby Hall, natürlich meist mit den für England obligatorischen Gartenanlagen.

Eisenbahnfreunde, und das waren fast alle in der Gruppe, kamen gleich zweimal auf ihre Kosten. Mit der dampfgetriebenen Museumseisenbahn „North Yorkshire Moors Railway“, die schon in Harry-Potter-Filmen eine Rolle spielte, fuhr die Gruppe von Pickering zur Hafenstadt Whitby, bekannt für seine guten „fish and chips“, die auch von den Meisten dort genossen wurden. Und von Embsay ging es ebenfalls per Dampf im historischen „Directors Saloon First Class“ nach Bolton Abbey, einer Klosterruine aus dem 12. Jh.

Aber damit noch nicht genug. Besichtigt wurden außerdem die in einer großflächigen Parkanlage gelegene Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Fountains Abbey, heute UNESCO Weltkulturerbe, die Stadt Harrogate und das Seebad Scarborough. Abgerundet wurde das anspruchsvolle Programm mit einer Bootsfahrt von Skipton aus auf dem Leeds-Liverpool-Kanal. Den gemeinsamen Abschluss der Reise bildete ein „Afternoon Tea“ in Newby Hall, bevor es wieder nach Hull auf die Fähre ging.